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15./20.10.2001
Amtsblatt der Gemeinde Alfter

Jedem seine Mupfel
"Urmel aus dem Eis" in Oedekoven aufgeführt

Das Kultstück von der Augsburger Puppenkiste, von dem schon die Eltern der Kinder, die das Stück am 27. September in Oedekoven sahen, begeistert waren, wurde vom Kölner Figurentheater "Mimikry" einer Frischzellenkur unterzogen und wieder zu ganz neuem Leben erweckt. Die Kinder und auch ihre Eltern waren hellauf begeistert von der Aufführung in der katholischen Bücherei am Jungfernpfad in Oedekoven.

Schon am Vormittag, bei der Aufführung für Grundschulkinder und Lehrer war der Saal voll. Diese Tendenz setzte sich in der Nachmittagsvorstellung für Kindergartenkinder, Eltern und alle, die kommen wollten, fort.
Gespannt verfolgten die Zuschauer die Geschichte vom Pingu mit dem charmanten Sprachfehler, der eine eigene "Mupfel" (=Muschel) zum Schlafen und Wohnen haben wollte, und dabei ein Ei aus einem zerschmolzenen Eisberg rettete, woraus dann Urmel schlüpfte, das den Rest der Handlung beherrschte.

Es wurde so herzlich gelacht, dass die Darsteller die Handlung mehrfach anhalten mussten, damit sie nicht in diesem laut geäußerten Vergnügen unterging.
Die Darsteller des von Petra Wolfram geleiteten Mimikry-Theaters, deren Hauptpersonen Handpuppen sind, beherrschten aber auch die Kunst , sichtbar und doch zurückhaltend zu sein, einzigartig. Ihre Sprechakte waren so gekonnt, dass man wirklich glaubte, die Handpuppen redeten.
Es war eine sehr schöne, heitere, gelungene Aufführung, die in Zusammenarbeit der katholischen Pfarrbücherei Oedekoven mit dem katholischen Bildungswerk im Rhein-Sieg-Kreis Lrh.,Meckenheim organisiert worden war.
Pwb/HA



Figurentheater "Mimikry" erntet viel Beifall für "Urmel aus dem Eis" - Ehemalige Neumünsteranerin führt erfolgreiche Bühne

Puppenspiel - die Magie der belebten Materie

Mit der Aufführung "Urmel aus dem Eis" traf das Kölner Figurentheater Mimikry beim Neumünsteraner Publikum voll ins Schwarze. Die beiden Puppenspielerinnen Maren Lorenz und Petra Wolfram überzeugten durch eine gelungene Inszenierung des vielfach bekannten und ebenso beliebten "Urmel".
Als Kulisse diente eine natürlich und einladend wirkende Insel. Liebevoll gestaltete Figuren erweckten die Begeisterung aller Zuschauer. Petra Wolfram, durch eine Maske in die Rolle des Urmel-Forschers Dr. Tibatong geschlüpft , stellte neben Stabfiguren und Handspielpuppen die größte "Figur" dar.
Petra Wolfram, in Neumünster geboren und aufgewachsen, studierte Kunst in Kiel und machte sich zusammen mit ihrer Partnerin Maren Lorenz vor einigen Jahren mit dem Figurentheater "Mimikry" zuerst in Freiburg und dann in Köln selbständig. In einem Interview mit unserer Mitarbeiterin Helga Mumm-Becker beschreibt die gebürtige Neumünsteranerin ihren Weg zur Puppenspielerin.

Wie kamst Du auf die Idee, den Beruf der Puppenspielerin zu ergreifen?
"Anfangs war da eine Faszination für Marionetten, die ich dann selbst gestaltet und gebaut habe. Ich habe das Marionettentheater Fritz Fey in Lübeck kennengelernt, mich beworben und dort in professioneller Umgebung gelernt, was alles zum Tätigkeitsfeld der Puppenspielerin gehört. Hier lernte ich meine jetzige Kollegin Maren Lorenz kennen."
Wann hast Du gewusst, dass Du ein eigenes Theater willst ? Wie ist die sonstige Arbeitsplatzsituation im Puppenspiel ?
"Es gibt immer wieder freie Stellen, da die Fluktuation recht groß ist. Leute , die einen künstlerischen Anspruch haben, sich entwickeln und verändern, um neue Dinge auszuprobieren. Feste Bühnen haben meist einen eigenen, gleichbleibenden Stil oder sind auf bestimmte Stoffe spezialisiert, z.B. Märchen. Das war auch für mich der Grund, am festen Theater aufzuhören, um mit Maren Lorenz eine eigene Bühne aufzubauen. Wir wollten unsere Vorstellungen umsetzen, ohne uns nach Vorgaben richten zu müssen."
Die Kehrseite der Selbständigkeit ist doch auch die Unsicherheit und dass sich der Erfolg bestimmt nicht sofort einstellt?
"Das ist richtig. 1984 gründeten wir das Figurentheater "Mimikry" Freiburg, wo wir eine Marktlücke für Puppenspiel vermuteten. Anfangs war es eher ein Marionettentheater, später wollten wollten wir uns nicht mehr festlegen auf eine Figurenart, da die Marionette in ihrer Bewegungsmöglichkeit sehr eingeschränkt und für dynamische, schnelle Handlungen eher ungeeignet ist. Meine Kollegin und ich mußten immer Jobs nebenbei haben, um den Lebensunterhalt zu sichern, da das Theater keine Vollexistenz bot. Erst seit drei Jahren haben wir ein gutes Auskommen."

Gibt es ein Unterschied zwischen Puppenspiel für Kinder und für Erwachsene, und ist der Anspruch ein anderer ?
"Ich glaube nicht. Wenn man Theater macht, in welcher Form auch immer, dann sollte man versuchen, sein Bestes zu geben. Schließlich nimmt man Eintritt dafür. Es ist wichtig, sein Handwerk zu verstehen."
Was für Schwierigkeiten können während einer Inszenierung auftreten?
"Die Geschichte eines Autors ist oft zu ausführlich, zu kompliziert. Wir arbeiten die Essenz der zu spielenden Handlungen heraus. Dann kann es natürlich technische Probleme mit Puppen geben, dass sie z.B. nicht das tun, was sie sollen, dass sie zu bestimmten Bewegungen nicht fähig sind. Das erfordert ein Umdisponieren, manchmal auch konzeptionelle Änderungen. Ferner kann es "dramaturgische Irrtümer" geben, was sich herausstellt mit dem Publikum, das anders als erwartet reagiert. Die Erfahrungen gehen in unsere Arbeit ein, wodurch ein Kinderstück nach ca. 20 bis 30 Aufführungen "fertig" ist."
Was für Möglichkeiten bietet Dir das Figurentheater?
Die meisten Leute haben eine begrenzte Vorstellung davon, nämlich, dass es ausschließlich für Kinder ist. "Das Puppenspiel hat eine eigene Faszination und Magie, nämlich die Magie der belebten Materie. Das ist Kindern bekannt, und Erwachsene müssen es wieder entdecken. Die Pole-Poppenspäler-Tage in Husum zeigen die Vielfältigkeit des Puppenspiels für Kinder und Erwachsene. Für mich persönlich ist das Reizvolle an dem Beruf, dass wir alles selber machen von der Requisite übers Bühnenbild zur Figur. Nur für bestimmte Bereiche holen wir uns Hilfe, z.B. für die Musik."


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