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 Tomte sucht das Sternenfeuer - Presse zurück > 

08.10.2002
Kölner Stadtanzeiger

Der Troll als Nilpferd

Ein bewegendes Abenteuer im Puppenformat zeigt das Mimikry-Figurentheater im Horizont Theater.

An diesen beiden „possierlichen Gesellen“ hätte Bernhard Grzimek seine Freude gehabt: Tomte und sein kleiner Freund Tibbel zählen zur Gattung der Trolle, zeigen ein ausgeprägtes Sozialverhalten und sind zudem mit ihren leuchtenden Knopfaugen und vorwitzigen Knollennasen auch drollig anzuschauen. „Wo bleiben denn die Trolle?“ begehrte freilich ein kindlicher Zuschauer zu wissen, als Tomte und Tibbel bei ihrer Köln-Premiere schon eine reichliche Viertelstunde über die Bühne des Horizont-Theaters gehüpft waren. Nein, wie Trolle schauen die beiden wirklich nicht aus - eher wie ein Langohrkänguruh (Tibbel) und ein Wollnilpferd (Tomte). Aber was wissen wir schon von Trollen?

Die pelzigen Puppen des Mimikry-Figurentheaters bilden sicherlich die Hauptattraktion von „Tomte sucht das Sternenfeuer“. So hingebungsvoll lebendig spielen Petra Wolfram und Stefan Wunsch ihre Puppen, dass selbst die Erwachsenen im Publikum nach einer Weile gar nicht mehr auf die Akteure im Hintergrund achten. 

Wie Tomte und Tibbel in ihrem idyllischen Tal einen Stein finden, der glüht und verdächtig riecht, wie sie sich von Oma Paulsen verabschieden, um den Stein möglichst weit fortzubringen, an einen Ort, wo er niemanden stört, und dabei mit Hilfe des berlinernden Kobolds Lappin dem Geheimnis dieses Steins auf die Spur kommen - das ist ein bewegendes Abenteuer im Puppenformat.

Ihren Witz und ihre Leichtigkeit zieht die Erzählung aus dem Umstand, dass Tomte und vor allem der furchtsame Tibbel nicht gerade zu Helden geboren sind. Ständig bleibt die Geschichte in Bewegung; die Szenen geraten überschaubar und beschäftigen ihr kindliches Publikum (ab fünf Jahren), ohne es zu überfordern. Und wie man mit ganz geringen Mitteln innerhalb weniger Augenblicke und dennoch völlig überzeugend eine Auenlandschaft in eine Steppe verwandelt, eine Steppe in ein Hochgebirge und ein Hochgebirge in eine Trollhöhle - das zeigt eine bühnenbildnerische Raffinesse, die man im Erwachsenentheater oft vergeblich sucht.
von Oliver Cech

 
04.12.2002
Aachener Nachrichten  

Kleiner Troll bezaubert sein Publikum

Aachen (sh). Sekundenschnell spielten sich die Freunde Tomte und Tibbel in die Herzen ihrer Zuschauer. Das Figurentheater "Mimikry" zeigt in der Barockfabrik das liebevoll inszenierte Puppenspiel "Tomte sucht das Sternenfeuer".

Petra Wolfram und Stephan Wunsch gelingt es, den Puppen durch ihre Stimmen und ihre phanta­sievolle Handhabung soviel Leben einzuhauchen, dass sie als eigentliche Akteure in den Hintergrund treten und die Bühne Tomte und Tibbel überlassen. Die Welt des kleinen Trolls Tomte und seines wuseligen Freundes Tibbel ist harmonisch, bis sie eine seltsame Entdeckung machen. Inmitten der grünen, sanften Hänge ihres Tales finden sie einen ungewöhnlichen Stein, von dem Gefahr auszugehen scheint. 

Der Stein ist heiß, riecht modrig und bringt Hitze und Trockenheit über das Land. Die kleinen Freunde nehmen ihren ganzen Mut zusammen, verlassen ihr Tal und bereisen befremdliche Landschaften, um den Stein wieder loszuwerden. Auf ihrer Reise begegnen sie dem Wanderer Lappin, der mit frischem Berliner Dialekt Fröhlichkeit und Gelassenheit in die angespannte Stimmung bringt. Er hilft ihnen schließlich, das Geheimnis des Steins zu lüften und legt dabei eine noch viel größere Gefahr frei, vor der die kleinen Trolle beinahe kapitulieren. 

Gemeinsam sind sie schließlich doch mutig, sehen der Gefahr ins Auge und finden einen Ausweg. 

Das Bühnenbild besteht hauptsächlich aus Decken sowie Sonnen- und Regenschirmen und lädt die Zuschauer zu einer phantasievollen Reise unter dem Sternenzelt ein. Weiches Fell, große Samtaugen und Wuschelhaar verleihen den kleinen Darstellern ihren liebenswerten Charakter, den die Puppenspieler in den Spielmomenten beeindruckend darstellen. So wird Tomte zum tapferen Beschützer für den ängstlichen und kleineren Tibbel. Die gefahrvollen Szenen werden durch die Frohnatur Lappin kunstvoll überspielt, und die musikalische Untermalung verleiht der Inszenierung eine optimistische Atmosphäre.

Das Stück ist für Kinder ab fünf Jahre pädagogisch wertvoll und einfach zauberhaft. Tomte ist noch am 6., 9., 12. und 13. Dezember um 11 Uhr in der Barockfabrik zu Gast. Außerdem lädt der Troll am 7. Dezember um 14.30 und 16.30 zu seiner spannenden Reise ein. Karten können unter 0241/36677 reserviert werden.


 
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